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alles ganz neu

Vielleicht wissen einige, dass ich England liebe, schon lange dort leben wollte und immer Fernweh hatte, wenn ich nicht da war. Tja... jetzt wohne ich in London. Ein Traum der in Erfüllung gegangen ist. 

Die nächsten 11 Monate werde ich hier als Au Pair arbeiten. Darum soll es aber eigentlich garnicht gehen. Nicht konkret. Viel mehr möchte ich mich in diesem Beitrag selbst motivieren. Denn so schön es auch sein mag in diesem wunderbaren Land zu leben, eigentlich bin ich hier ohne alles angekommen. Na gut, von meinen beiden Koffern mal abgesehen;)

Ich kannte niemanden, wusste nicht was auf mich zukommt, musste mich von meinen Freunden und meiner Familie verabschieden. All das führte dazu, dass ich bereits vor der Abreise wochenlang nicht gut schlafen konnte und am Abreisetag vollkommen fertig war. Es war für mich einfach unvorstellbar, alles Gewohnte zu verlassen.

Und jetzt bin ich hier. Und es ist möglich. Doch es wird noch für eine Weile unvorstellbar bleiben.

Da ich immer recht lange Wege habe, um in dieser riesigen Stadt irgendwo anzukommen, habe ich angefangen Podcasts zu hören. Meine liebsten sind die von Matze Hielscher, welche in einer Reihe erscheinen, die sich "Hotel Matze" nennt. Das lässt mich jetzt auch endlich mal auf den Punkt kommen. Diese Podcasts haben mich in der letzten Woche sehr zum Nachdenken angeregt, da einige der Menschen, welche dort interviewed wurden, sehr gute Sachen gesagt haben.  Eine Aussage war beispielsweise, dass das unser aller erstes Leben ist. Woher sollen wir also wissen, wie alles funktioniert...?

Eigentlich ja logisch. Aber bei mir hat das irgendetwas ausgelöst. Es hat "KLICK" gemacht. Ich habe das Gefühl, dass diese Einstellung unglaublich hilfreich sein könnte. Man kann nicht alles von Anfang an perfekt machen. Das ist nicht möglich. Wir lernen vor allem durch unsere Fehler.

Natürlich kann und sollte man diesen Satz nicht auf alles beziehen. Es soll ja nicht alles dadurch entschuldigt werden. Generell wäre es gut, wenn jeder einfach immer sein Bestes geben und nicht versuchen würde sich durch irgendetwas herauszureden. 

Diese Einstellung ist eine Motivation - keine Entschuldigung! Eine Motivation, um aus sich herauszukommen, Dinge zu tun, die man bis jetzt noch nicht ausprobiert hat und dann keine Angst zu haben vor dem, was passieren könnte. Der Satz zeigt, dass Fehler menschlich sind und eventuell, dass wir uns zu viele Gedanken machen, zu viel in die Zukunft schauen, obwohl wir eigentlich im "Jetzt" leben sollten.

Einfach mal machen. Und wenn es schiefgeht, dann kann man daraus lernen und ist hinterher in jedem Fall klüger als davor. 

Genau darin steckt meine Motivation. Das, was ich hier mache, habe ich noch niemals zuvor getan. Ich weiß weder was auf mich zukommt, noch wie ich es am besten mache. Seitdem ich in London angekommen bin, habe ich jeden Tag einzelne kleine Sachen dazugelernt, vor allem weil ich Fehler gemacht habe. Und diese Fehler waren unvermeidlich, denn ich habe ja noch nie zuvor in einem fremden Haushalt gelebt. Doch dadurch, dass ich sie gemacht habe, kann ich auf Dinge aufbauen und mich verbessern. Jeden Tag.

Ich hoffe man kann einigermaßen nachvollziehen, was ich hier ausdrücken möchte. Falls nicht, dann nich. Es ist meine Meinung und ich habe das Gefühl, dass es mir hilft. Das muss aber nicht bei jedem so sein. Doch ich möchte nun mehr über die Dinge nachdenken, die ich mache. Ich möchte sie hinterfragen und Schlüsse daraus ziehen, um es vielleicht beim nächsten, oder übernächsten Mal besser zu machen und weiterzumachen ohne in ein tiefes Loch der Verzweiflung zu fallen.